Dendrobium
   
Dendrobium aurantiflammeum
 
 
   
Dendrobium kiauense
 
 
   
Dendrobium ovipostoriferum J. J. Smith 1912
 
 
   
Dendrobium pachyanthum
 
Oeceoclades pulchra (THOUARS) M.A. CLEM. & P.J. CRIBB 1989, syn. Eulophia pulchra (THOUARS) LINDL. 1833
 
Herr Thilo NORDHAUSEN ( Röttenbach / Philippinen ) 

 
Ganz im Süden der philippinischen Insel Mindanao bei der Großstadt Davao City liegt im Golf von Davao die Insel Samal, 35 km lang und 15 km breit. Erdgeschichtlich hatten sich Kalksteinfelsen mit einem Korallenriff aufgefaltet, wodurch von Nord nach Süd ein Höhenzug die Insel durchzieht und dessen höchster Berg der Puting Bajo mit 448 m Höhe ist. Nachdem ein amerikanischer Pfarrer mir auf einer Fährboot-Überfahrt von Davao City auf die Insel Samal erzählte, daß er den Aufstieg von dem in der Mitte  der Insel auf Meereshöhe gelegenen Ort Penaplata aus schon gemacht hatte, wollte ich ihm natürlich nacheifern. Deshalb hatte ich für die Besteigung trotz der geringen Höhe aus Sicherheitsgründen 2 Führer angeheuert und wir fuhren zunächst mit dem Auto ca. 5 km auf unbefestigtem mit Schlaglöchern reich gesegnetem Weg bis zum Aufstieg-Ausgangspunkt.
Von dort ging es durch einen teilweise bewirtschafteten Palmenhain aufwärts. Obwohl angeblich häufiger Leute nach oben gehen, war nur anfangs im unteren Bereich ein Pfad erkennbar, weshalb die Führer sogar Einheimische nach der richtigen Richtung fragen mußten. So kamen wir dann auf etwa 300 m Höhe in einen Rest von Urwald, der offensichtlich nur deshalb dort noch existierte, weil zu beiden Seiten die Hänge fast senkrecht abfielen und ein Abholzen der letzten Bäume zu risikoreich wäre. Und hier gab es dann wieder einen erkennbaren Pfad. Am Boden war es feucht und recht dunkel. Am Ende dieses kurzen Waldabschnitts mußte die einzige gefährliche Stelle, ein nasser über einer Felsspalte schräg abfallender Felsen, überwunden werden. Hier hingen an den nicht sehr hohen Bäumen Moose herunter, ein Zeichen, daß es hier allgemein doch sehr feucht ist. Epiphytische Orchideen waren an dieser Stelle jedoch nicht zu entdecken. Danach hörte der Wald schlagartig auf und wir liefen durch offenes Gelände mit ca. 1,50 m hohem und scharfkantigem Gras in voller Sonne bergauf. Auf dem hier gut sichtbaren Trampelpfad erreichten wir schließlich einen shelter-artigen Rastplatz mit aus Palmen-Blättern und Bambus gefertigten Unterstand gegen den häufigen tropischen Regen. In dessen Nähe fand der eine Führer an einem Palmenstamm in ca. 6 m Höhe ein blühendes Dendrobium crumenatum nebst einigen Jungpflanzen an den benachbarten Palmen. Wenn auch diese Orchidee in Höhenlagen von 0-1000m häufig vorkommt, so war der Fund doch ein Glücksfall. Ca. 50 m seitlich stand ein massiv gebautes Haus, in dem ein Ranger wohnte. Hier mußten wir eine Eintrittsgebühr entrichten und dann führte dieser uns am Steilhang rechts um den Berg herum, wo das Eingangstor zum eingefriedeten nationalpark-ähnlichen Gipfelbereich lag.
Dieses Tor war jedoch offensichtlich mangels Besucher geschlossen und deshalb mußten wir uns durch einen schmalen Spalt zwischen Tor und Stacheldraht hindurchzwängen. Vor uns lag dann 20 m höher der sogenannte Gipfel, eine nur sehr locker bewaldete Bergkuppe. Geschützt in der Sonne wuchsen hier im mittelhohen Gras einige Spathoglottis plicata in blassem pink, welch ein bescheidener Erfolg. Auf dem gleichen Rückweg nahmen dann die Führer das große, blühende Dendrobium crumenatum mit, weil sie diese Orchidee wahrscheinlich in Penaplata auf dem Markt verkaufen wollten.
Nach erneuter Überwindung des schrägen, nassen Felsens tauchten wir wieder in den kleinen Urwaldflecken ein. Hier fand ich schließlich im Astloch eines Baumes in gut 2 m Höhe eine einzelne Pflanze von Malaxis spec., welche offensichtlich durch das herunterlaufende Regenwasser ausreichend Feuchtigkeit erhält. Und gleich in der Nähe stieß ich dann auf mehrere Pflanzen von Oeceoclades pulchra. Eine Pflanze blühte links des Pfades direkt am für mich durch Gebüsch nur schwer erreichbaren senkrechten Fels-Abbruch, wo die Sonne aber den Platz etwas erhellt. Dagegen fand ich dann an einer dunklen Stelle in der Nähe auf der rechten Seite eine große Pflanze mit noch geschlossenen Samenkapseln. 3 m weiter direkt an einem Baumstamm blühte noch eine weitere Pflanze, die ich hier in Fotos vorstellen kann. Das war dann auch die Krönung und der Abschluß meiner Wanderung.
 
Beschreibung der gefundenen Orchideen
Dendrobium crumenatum SW.:
Epiphyt, aber auch terrestrisch in mit etwas Humus angefüllten Lavafelsvertiefungen gefunden; Pseudobulben 3 cm oberhalb der Stammbasis mit 3-4 Internodien, 4 cm lang und 1 cm dick, Stammlänge 1 m, auch gelegentlich verzweigt, das obere Drittel blattlos, Blattabstand im unteren Teil 2,5 cm; 4-19 Blätter mit der Größe von 9 x 2 cm; Blüten weiß, mit angenehmem Geruch, 5 cm breit, einzeln je Internodie im oberen blattlosen Teil des Stammes; Sepalen 2,5 x 0,6 cm, Petalen etwas kürzer, Lippe etwa gleichlang, 3-lappig, Seitenlappen aufgerichtet, Mittellappen mit 5 Rippen in der gelbgefärbten Basishälfte. Blütezeit jahreszeitlich nicht festgelegt, aber jeweils 9 Tage nach einem Temperatursturz von 5-6° C., schon allein durch starkem Regen möglich, alle Blüten blühen gleichzeitig voll offen, aber nur einen Tag lang. Verbreitung: Weitverbreitet von Indien, China, ganz SO-Asien bis Timor in Gebieten ohne lange Trockenzeit, üblicherweise in 0-500 m, aber auch bis in 1000 m Höhe vorgefunden. Sie wird gerne der Natur entnommen und viel in den Gärten kultiviert, ist aber in ihrem Bestand trotzdem nicht gefährdet.
Oeceoclades pulchra (THOUARS):
Terrestrisch zwischen Steinen in Humuserde wachsend gefunden. Die Pseudobulben dieser Orchideenart stehen obenerdig eng beieinander, grün mit 3 Internodien und bis zu 12 cm lang sowie an der Basis 2,5 cm breit und tragen 2-3 Blätter. Die Blätter haben einen bis 10 cm langen Stiel und sind bis zu 20 cm lang und 4,5 cm breit. Die Blütenrispe entspringt der Basis der Pseudobulben aus 3 Schutzblättern, wird 60 cm oder mehr lang, wovon der Blütenstiel allein die Hälfte der Länge ausmacht, und bildet bis zu 30 oder auch mehr Blüten. Die Blüten sind 1,5 cm breit, die Sepalen und Petalen an der Basis gelblich, ansonsten grünlich, die Lippe ist 3-lappig, die Seitenlappen hochgeklappt, weiß bis grünlich mit dunkelroten Adern und Flecken sowie gelbem Strich in der Mitte. Die Dorsale und die lateralen Sepalen sind 10 x 2 mm lang, die Petalen 9 x 3 mm, die Column weiß mit dünnem rotem Rand. Verbreitung: In SO-Asien von Sri Lanka im Westen bis Fiji im pazifischen Osten sowie bis Australien im Süden, üblicherweise in Höhen von 500-1900 m Höhe.
Spathoglottis plicata BL:
Terrestrisch, Pseudobulben eng beieinander stehend mit 4-7 Blättern, Blattstiel 15 cm lang, Blätter bis 65 cm lang und 6 cm breit besonders bei Gartenkultur in nährstoffreicher Erde, meistens jedoch in der Natur kleiner; Blütenrispe 75-200 cm lang, davon der Blütenstiel ¾ der Gesamtlänge, Blütenteil bis ca. 25 cm lang, 0,5 cm Blütenabstand, 10-30 Blüten, davon 5-6 Blüten gleichzeitig offen; Blüten 5 cm breit in den Farben pink oder weiß, Sepalen 2x1 cm, Petalen manchmal etwas kürzer und breiter, Lippe stark strukturiert, dreigeteilt, Seitenlappen hochstehend, Mittellappen gelb mit roten Flecken, in vorderen Teil wie Tepalen gefärbt, Column 1,7 cm lang. Verbreitung: Über ganz SO-Asien bis Australien und die Pacific-Inseln, im nährstoffarmen Grasland sowie Böschungen auf Hügeln bis 1600 m. In Nord-Sumatra wurde in 760 m Höhe im Überlappungsgebiet nahe des Toba-Sees mit der gelbblühenden Spathoglottis aurea eine Hybride gefunden. Auch diese Orchideen-Art wird gerne gesammelt und in Töpfen gepflegt, weshalb sie in der Natur meistens nur noch an schwer zugänglichen Stellen zu finden ist.
 

 
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