Dendrobium SW. 1799
Dendrobium lindleyi Autor/in: Thomas JacobVeröffentlicht: 30.01.2023 Orchidee der Woche: KW 05 2023 Foto: Thomas JacobDendrobium lindleyi – Einzelblüte Ziemlich genau vor einem Jahr – im Winter 2021/2022 – fand ein recht großes Dendrobium lindleyi, häufig fälschlicherweise auch als Dendrobium aggregatum bezeichnet, den Weg in meine Sammlung.Als ich die Pflanze im zeitigen Frühjahr neu topfen wollte, zerfiel sie in drei Teile. Vermutlich hatte der Züchter beim Pikieren drei Jungpflanzen in einen Topf gesetzt, denn ich konnte an keiner Stelle des Rhizoms eine Verletzung erkennen und jedes Stück hatte für sich Pseudubulben in ansteigender Größe, wie es beim natürlichen Wuchs von Jungpflanzen üblich ist.Wer meine Beiträge regelmäßig verfolgt, weiß, dass ich gerne mit Substraten und auch Standorten experimentiere. Die drei Stücke von Dendrobium lindleyi schrien förmlich nach einem solchen Experiment! Eines der Stücke band ich auf Kork auf und hängte es in die Orchideenvitrine, das zweite topfte ich in eine Ampel mit Basacubes (Steinwollwürfel) und hängte es mit zunehmenden Temperaturen im späten Frühjahr auf den Balkon. Das dritte Stück setzte ich auf Lava und platzierte es auf einer Fensterbank.So wie Dendrobium lindleyi in drei Teile geteilt wurde, werde ich euch auch von meinem Vorgehen in ebenso vielen Teilen berichten: Teil 1: Das aufgebundene Dendrobium lindleyi Das auf ein Stück Kork aufgebundene Dendrobium lindleyi ‘Sonnenschein’ – wie es von mir benannt wurde, um die drei Exemplare unterscheiden zu können – hatte als Unterlage etwas Sphagnum-Moos. Die Pflanze zeigte schon einen kleinen Neutrieb. Von ca. Februar/März bis zum Oktober hing sie im oberen Bereich meiner großen Orchideenvitrine.Dort war es während der gesamten Wachstumsphase sehr hell und warm. Durch die automatisierte Beregnungsanlage erhielt Dendrobium lindleyi ‘Sonnenschein’ regelmäßig Feuchtigkeit. Gelegentlich (alle 2 – 3 Tage) wurde es zusätzlich von Hand ordentlich nass gesprüht. Das Wasser für die Beregnungsanlage und den Handsprüher war immer reines Regenwasser mit einer Leitfähigkeit von ca. 20 µS/cm. Zwei- bis dreimal im Monat gab es etwas Dünger, wobei ich nach dem Motto „Weniger ist mehr!“ vorging. Die Leitfähigkeit überstieg nie 200 µS/cm, meist lag sie um 150 µS/cm.Bereits im September, nach Ausreifen der neuen Pseudobulbe, reduzierte ich die Wassergaben. Die Pflanze erhielt kein zusätzliches Wasser mehr mit dem Handsprühgerät, sondern lediglich die Feuchtigkeit durch die Beregnungsanlage. Im Oktober nahm ich Dendrobium lindleyi ‘Sonnenschein’ aus der Orchideenvitrine und hängte es an ein helles West-Fenster in mein kühlstes Zimmer, wo die Temperaturen in den Winternächten auch mal auf 10 °C heruntergehen. Ab jetzt gab es keinen einzigen Tropfen Wasser mehr.Vollkommen trocken und kalt verbrachte ‘Sonnenschein’ ungefähr 6 – 7 Wochen, ehe ich es wieder in die warme Vitrine hängte und zu wässern begann. In den ersten Tagen gab es nur über die Beregnungsanlage etwas Feuchtigkeit. Die ordentlichen Wassergaben von Hand, bei denen es richtig nass wird, erhielt es dann nach ca. 7 – 10 Tagen.Zu meinem Erstaunen dauerte es nicht lange, bis zwei Infloreszenzen seitlich aus zwei Pseudobulben lugten und recht rasant zu wachsen begannen. Anfang Januar waren dann alle elf Knospen deutlich zu erkennen und Mitte Januar stand Dendrobium lindleyi ‘Sonnenschein’ in voller Blüte.Da es die kleinste der drei ursprünglichen Pflanzen ist, bin ich mit den zwei Infloreszenzen und elf Blüten sehr zufrieden.Wie sich die anderen beiden Teile entwickelt haben und ob sie auch zur Blüte kamen, erfahrt ihr demnächst in Teil 2 und 3. Der Artikel befindet sich auch hier >>